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Hej och välkommen till min blogg Montag/ Dienstag, 09 und 10.September 2013

Die Koffer sind gepackt, so langsam werde ich nervös. Es ist kurz vor 9 und wir ziehen die Jacken an. Zusammen machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof.

Viertel vor 10: Gerade noch geschafft. In meinem Telefonat mit der DB Auskunft habe ich erfahren, dass ich das Ticket von Kopenhagen nach Nybro  doch von Deutschland aus buchen kann. Das beruhigt mich doch ein bisschen. Vor allem kann ich mich in Kopenhagen flexibel bewegen, da ich keine feste Fahrt gebucht habe, sondern nur das Ticket. Gültig vom 09.09.2013- 13.10.2013. Der Mann an der Auskunft war seltsam lustig. Er freut sich auf den Feierabend.

22 Uhr. Das Ticket in der Tasche, die Koffer an der Hand und den Rucksack auf dem Rücken, schlendern wir noch einen Moment über den Bahnhof und machen und dann auf den Weg zum Gleis 7.

Noch 15 Minuten… Ich genieße die letzten Minuten mit meinem Freund. Dort kommt die Bahn.  Die ersten Tränen kullern.  Ich kann Alex nicht davon abhalten, mir den einen Koffer in den Zug zu bringen, in ein freies Abteil. Er ist so süß! Ein letzer Kuss und er verschwindet aus der Tür und taucht vor dem Fenster wieder auf. Dort kommt ein älteres Ehepaar in Abteil und sucht nach den Sitznummern. Sitznummern? Was für Sitznummern? Schnell hole ich mein Ordner mir den Unterlagen raus und sehe dass ich tatsächlich einen festen Platz reserviert habe. Wagen 204. Alex? Ist das Wagen 204? Zum Glück, ich bin im richtigen Wagen. Platz 66. Hier ist 99. Also schnappe ich meinen kleinen Koffer von der Ablage, nehme den großen Koffer und schwinge meinen Rucksack auf den Rücken. Drücke mich aus dem Abteil, an dem riesen Koffer des alten Ehepaars vorbei. Alex steht plötzlich vor mir und will mir helfen, doch dann muss er raus laufen, die Zugbegleiter pfeifen.  Auf dem Gang sind hinter mir und vor mir Leute. Die Leute vor mir, wollen ebenfalls in das Abteil rein. Viele Taschen quetschen sich an mir vorbei. Endlich wird es frei und ich kann meinen Platz suchen. 61-66. Mein Platz, am Fenster. Den kleinen Koffer auf die Ablage, den großen Koffer vor meine Füße, den Rucksack neben mich. Da taucht Alex vor dem Fenster auf. Ich gehe auf den Gang, dort stehen zwei Jungs. Ich will das Fenster aufmachen, bekomme es aber nicht hin. Down. Ich ziehe kräftig und das Fenster geht auf. Ich fühle mich wie im Film. Alex steht am Fenster und hält meine Hand. Ein weiterer Pfiff, ein letzter Kuss. Er läuft noch einen Moment neben mir her und winkt. Ich weine furchtbar. Mein erstes mal ganz alleine in die Welt hinaus. Ohne Freunde, ohne Familie.  Hoffentlich sitze ich auch im richtigen Zug. Das war ein bisschen seltsam: Abschnitt A: Praha. Abschnitt B-D: keine Ahnung. Abschnitt E-F: Kopenhagen. Ich bin alleine im Abteil. Die kleinen Helfer (Mamis Taschentücher) trocknen meine Tränen. Ich schreibe mit Mama und mit Alex und bin schon in Wuppertal. Dann schalte ich das Handy aus und breite mich aus und versuche zu schlafen. Irgendwie ist alles unbequem. Da kommen zwei Schaffnerinnen und wollen mein Ticket sehen. Ich suche die Mappe raus. Alles ok. Gott sei Dank ich sitze im richtigen Zug.  Fifty Shades Dark läuft im Hintergrund. Ich kann der Handlung zwar folgen, nicke aber immer wieder weg.

Irgendwann gegen eins steigt ein Mann in mein Abteil ein. Er ist sehr freundlich. Gemeinsam fahren wir bis nach Kopenhagen und auch er will nach Schweden, nach Stockholm. Wo ich bin weiß ich nicht genau. In Hannover stehen wir knapp 2 Stunden. Das nehme ich nur nebenbei war. Immer wieder irgendwelche Geräusche. Ich glaube die Züge werden um gekoppelt, genau weiß ich es nicht. Endlich habe ich eine bequeme Haltung eingenommen und schlafe ein paar Stündchen.

Es ist 6 Uhr. Wir sind in Hamburg, dann in Pinneberg, und meine Augen fallen wieder zu. In Flensburg stehen wir wieder eine Zeit lang, dann überqueren wir die Grenze. Wieder stehen wir eine Weile. Warum auch immer. Eigentlich sollten wir um 10.07 Uhr in Kopenhagen ankommen, aber das wurde schon vor der Abfahrt verlegt. Neue Ankunft: 11.54 Uhr. Mal sehen ob das trotz der ganzen Wartezeiten auch so bleibt. Die erste morgen Toilette. Naja nicht die tollste, aber man kann es ertragen. Der freundliche Mann geht auf die Suche nach einem Kaffe. Ohne kann er morgens nicht. Kontaktlinsen rein, ein bisschen Wimperntusche und die Kopfhörer auf. Als der Herr wieder kommt, mache ich mich auf den Weg und bewege mich ein bisschen. Genau wie der ein oder andere Passagier. Der Zug beginnt zu leben.

Dann fliegen die ersten dänischen Bahnhöfe vorbei. Manchmal kriecht der Zug ganz schön. Also beschließe ich, meine Reise zu dokumentieren und wenn ich WLAN habe, versuche ich einen Blog zu erstellen, bzw. Alex drauf anzusprechen. Dänemark hat eine so schöne Landschaft. Ich hoffe, dass wir pünktlich ankommen, ich möchte mich so gerne bewegen und ich bin so gespannt auf die Stadt! Mal was neues sehen.

Ich schaue aus dem Fenster und bewundere die Landschaft. Ein Bahnhof fliegt vorbei. Nyborg. Nyborg? Steht das nicht auf meinem Ticket was ich gestern noch eben gebucht habe? Wieder einmal hole ich die Mappe raus. So ein Mist! Ich habe das falsche Ticket. Ich will doch nach Nybro in Schweden und nicht nach Nyborg in Dänemark. Der Zug hat Verspätung und es sieht so aus als ob der Mann seinen Anschlusszug nach Stockholm verpasst. Ich gehe mit ihm in Richtung Bordrestaurant, dort sollen wohl Leute von der DB sein. Ich muss am Schalter in Kopenhagen ein neues Ticket ziehen und kann das falsche Ticket in Deutschland umtauschen.  Und der Mann kann sein Ticket ganz einfach umbuchen. Also hoffe ich, dass es wirklich geht. Das werde ich in 4 Wochen sehen.

Es ist halb 1 als wir ins Kopenhagen einfahren. Der Mann hat seinen Zug verpasst und gemeinsam gehen wir zum Ticketschalter. Jeder zieht eine Nummer. 966 und 967. Er kann seine Nummer tauschen und bekommt so die Bahn um kurz vor 1. 931….940…956…967… Ich bin dran! Die Dame ist sehr freundlich. Sie sagt mir, dass ich ca. 4 Stunden nach Nybro fahre und zu jeder Uhrzeit fahren kann. Die Bahn fährt immer um 12 nach. Also entschließe ich mich um 15.12 Uhr zu fahren. Dann habe ich genug Zeit und bin um 18.43 Uhr in Nybro. Also rufe ich Bo an und sage ihm Bescheid. Die Dame am Schalter hat mir auch erzählt, dass einige von den Kronen alt sind und gar nicht mehr verwendet werden J Und im Bahnhof kann auch keine Wechselstelle diese tauschen. Naja egal… Die gehen einfach zurück zu Alex Eltern. Die haben mir nämlich das Geld gegeben, so musste ich die nicht auch noch tauschen und die beiden konnten sie los werden und bekamen € dafür.

Danach mache ich mich auf den Weg zur Touristeninformation und hole mir eine Karte und lasse mir beschrieben wie ich in die Stadt komme. Die Dame ist ziemlich unfreundlich. Also mache ich mich auf den Weg zu den Schließfächern. 110 kr. Vor einem Fach steht eine sehr freundliche Dame, die ich anspreche und mir erklären lasse wie ich in die Stadt komme. Aus dem Bahnhof raus, links, rechts und dann immer gerade aus! Das ist doch einfach. Rucksack aufgeschnallt und ab geht’s.

Ich gehe aus dem Bahnhof raus, überquere die Straße und gehe links und an der nächsten Ecke rechts. Was ist als erstes auf dieser Ecke? Das Hard Rock Cafe. Ich muss sofort an eine Freundin denken. Sie sammelt T-Shirts. Leider fallen die Shirts unterschiedlich aus sonst würde ich ihr eins mitbringen. Dort gehe ich später rein. Ich gehe die Einkaufspassage entlang. Viele nette Geschäfte. Kleine und auch große! Ich stehe an der City Hall. Ein beeindruckendes Gebäude. Verspielt und kleine goldene Akzente. Ein freundlicher Passant macht ein Foto von mir. So jetzt bin ich schon mal auf einem drauf J Ich hole mir eine Kleinigkeit beim Chinesen. Am Ende angekommen drehe ich um und mache mich auf den Rückweg, kaufe zwei Postkarten und im Cafe einen Magnet.

Zwanzig vor 3. Im Bahnhof trinke ich noch, von den restlichen paar Kronen, einen Kakao. Dann gehe ich zu den Schließfächern und hole meine Koffer und mache mich auf den Weg zum Gleis. In 10 Minuten kommt meine Bahn.

Zwölf Minuten nach 3. Mit einigen Fotos und den ersten Erinnerungen setzte ich mich in die Bahn. In knapp vier Stunden habe ich mein Ziel erreicht. Zwei Bahnhöfe später bin ich in Malmö. Um 17.49 Uhr sollte ich in Vaxjö sein und dann bin ich schon fast in Nybro. Vielleicht mache ich da hin mal einen Ausflug. Das soll die Stadt der Glaskunst sein. Und von Nybro aus brauche ich nur 15 Minuten nach Kalmar. Das ist ja super!

In dem Zug habe ich auch Internet und kann so mit der IT Abteilung sprechen 😉 Und Alex kümmert sich drum. Ich bin gespannt! Nicht dass ich das in Frage stelle… Aber mal sehen ob das dann auch hier in Schweden klappt J

Um viertel vor 7 bin ich endlich da, Bo hat mich am Bahnhof abgeholt und wir fahren auf den Hof. Ich teile mir ein kleines Häuschen mit 4 anderen Mädels. Wir richten kurz mein Bett ein und gehen dann ins Haupthaus. Es leben insgesamt 7 Frauen, 3 Männer und eine Menge Tiere hier. Jessica kommt aus Amerika, Sarah und Anna aus Deutschland und alle drei machen sowas ähnliches wie ein  Volontariat hier. Selina und Fili kommen auch aus Deutschland und gehen hier zur Schule. Made ist die Pflegetochter und geht auch noch zur Schule und Julius und Johnatan sind die Söhne. Johnatan geht noch zur Schule und was Julius macht weiß ich noch nicht! Katrin, die Mutter, betreibt den Hof mit Bo zusammen der nebenbei noch seine Zimmerei hat.

Ich werde mit Abendessen empfangen und alle sind sehr freundlich! Es war ein netter und geselliger Abend! Tolle Leute, das Leben ist ein bisschen wie auf der Alm hat Sarah gesagt und so fühlt es sich auch an! Ich bin echt gespannt!

Und jetzt gehe ich in ein bequemes Bett! Gute Nacht!